Fallbeispiel zur Umweltzahnmedizin: weibliche Patientin, 55 Jahre

Im Mai 2009 stellte sich eine Patientin in unserer Praxis vor, die seit zwei bis drei Jahren unter permanent erhöhten Entzündungswerten zu leiden hatte, ohne dass ärztlich erkennbare Ursachen zugrunde lagen. Ihre Symptome:

✘ Allergien
✘ Asthma
✘ Bluthochdruck
✘ Rheuma
✘ allgemeines Krankheitsgefühl

Sie trat mit dem Wunsch an uns heran, es mit einer Störfeldsuche zu versuchen. Daraufhin führten wir im ersten Schritt eine sorgfältige Anamnese durch, die ergab, dass die Patientin in der Mitte der 1990-er Jahre

✔ drei Wurzelfüllungen
✔ neun Goldkronen
✔ eine Brücke
✔ und eine Prothese in Ihrem Unterkiefer

erhalten hatte. Darüber hinaus informierte sie uns darüber, dass sie im Jahr 1998 erstmalig unter

✘ Bluthochdruck
✘ chronischem Husten
✘ sowie knötchenartigen Hautentzündungen

zu leiden hatten, sobald sie Goldketten trug. Sie erhielt den Hustenreiz unterdrückende Medikamente und unterzog sich mehreren Operationen, um die Knötchen entfernen zu lassen.

Im Jahr 2005 entwickelten sich diverse Allergien gegen Pollen, ohne dass eine Hyposensibilisierung den erhofften Erfolg gebracht hätte. Zwei Jahre später kamen rheumatische Beschwerden sowie Asthma mit sehr starken Symptomen hinzu. Von da an – auch noch zum Zeitpunkt ihrer Erstkonsultation in unserer Praxis – wurde sie überdauernd mit Cortison behandelt.

Im März 2009 wendete sich das Blatt: Eine Heilpraktikerin äußerte den Verdacht, dass der Auslöser ihrer Beschwerden möglicherweise auch im Bereich des Mundes und des Kiefers zu finden sein könnten. Tatsächlich stellten wir bei der zahnärztlichen Untersuchung eine vorliegende Parodontitis fest und entdeckten vier große, inzwischen auch alte Amalgamfüllungen. Bis auf drei Ausnahmen waren die Kronen technisch betrachtet in Ordnung, doch die Prothese war an mehreren Stellen gelötet (was nicht gesund ist). Die wurzelgefüllten Zähne der Patientin waren bereits chronisch entzündet und obendrein ergab unsere Blutuntersuchung eine Sensibilisierung auf eben diese Wurzelfüllungen – sowie auf das Material Gold. Das Außergewöhnliche daran: Es lag keine Allergie im klassischen Sinne vor. Keine Allergie, die über Hauttests festgestellt werden konnte. Doch es gelang uns, nachzuweisen, dass sowohl die Wurzelfüllungen als auch das Gold entzündliche Krankheiten in ihrem gesamten Körper auslösten.

Daraufhin entfernten wir die wurzelgefüllten Zähne, die Amalgamfüllungen, die Brücke, die Prothese und sämtliche Kronen. Es folgte eine umfassende Parodontitisbehandlung und erst danach setzten wir eine Neuversorgung aus für sie verträglichen Materialien ein.

Bis heute (2013) ist die Patientin vollständig gesund – sie benötigt keine Medikamente mehr. Sie klagt weder über Asthma, noch über Rheuma, Allergien oder Bluthochdruck.